© Heinz Schoon 2017
Die Ansiedlung
Ausspruch eines Siedlers: “ Des isch koi Russland, desch isch a Sauland.! “Es war ein ödes, baumloses, mit Disteln und Dornen bewachsenes Land, in dem sich viel Ungeziefer aufhielt.” Das schrieb Herbert Weiß in seiner Chronik.
Nachdem die russische Regierung die Quarantäne auf der Donauinsel aufgehoben hatte, traten die Auswanderer die beschwerliche Reise nach Bessarabien an. Die wenige Habe, die noch vorhanden war, transportierten sie auf Ochsenkarren. Schon auf dem Reiseweg war den Siedlern klar, dass dieses Steppenland schwer zu bearbeiten sein würde. Es ist anzunehmen, dass die Siedler Ende August in der Kolonie Nr. 12 eintrafen. Die Bedingungen für die Ansiedlung waren sehr schlecht. Die Menschen waren erschöpft, unterernährt und krank. Vor allem die Ruhr breitete sich aus. In den ersten fünf Monaten starben mehr als 100 Personen. In  dem ihnen zugewiesenen Gebiet im Kogälniktal errichteten sie Erdhütten, um zu überwintern. Wie auch schon Siedler anderer Kolonien erfahren mussten, wurde nur ein Teil der zugesagten Hilfslieferungen ausgehändigt. Jeder Kolonist bekam von der Regierung Land zugewiesen, etwa 65 Hektar, einen Wagen, ein Paar Ochsen, verschiedene Ackergeräte und Geldmittel. Kurz nach der Ankunft wurden die Hofflächen vermessen und den Siedlern zugeteilt. Bereits im Frühjahr 1818 begannen sie mit ihrer landwirtschaftlichen Arbeit. Das Steppenland war unbearbeitet und so war es für die Siedler eine schwere körperliche Arbeit, diese Steppe in Ackerland zu verwandeln. Disteln, Unkraut und hohes Gras wuchsen auf dieser baumlosen Landschaft. Perlziesel (citellus suslicus, russ. Suslik) – auch Erdhasen genannt,  und vor allem Heuschrecken fraßen einen großen Teil der Ernte und erschwerten die landwirtschaftliche Nutzung des Landes. Die sehr fruchtbare Schwarzerde weckte jedoch die Hoffnung auf ertragreiche Ernten. Die Kolonie 12 (später Teplitz) wurde an dem Flüsschen Kogälnik angelegt. Im Sommer war der Fluss ein Rinnsal, der jedoch bei starkem Regen oder Schneeschmelze sehr schnell über die Ufer trat und auch Teile des Dorfes überschwemmte. Die von der russischen Regierung bereit gestellten Ackergeräte, Arbeitstiere und Saatgut reichten bei weitem nicht aus. Die erste Saat soll nach der Beschreibung von Herbert Weiß in seiner Chronik über Teplitz mit der Hacke in die Erde geschafft worden sein. Später wurden Holzpflüge eingesetzt, die mit Eisen beschlagen waren. Zwei oder drei Paar Ochsen zogen die Pflüge. Die Siedler bauten Getreide (Weizen, Hirse, Gerste und Hafer) sowie Mais (Welschkorn) an. Das Korn schnitten die Siedler anfänglich mit Sicheln, banden daraus Garben und droschen diese dann mit Dreschflegeln. Dreschen konnten sie nur bei trockenem Wetter unter großer körperlicher Anstrengung. Oft zog sich die Dreschzeit bis in den November hin. Die Steppe eignete sich sehr gut für die Viehzucht. Anfänglich wurden Stiere und Kühe gehalten. Bereits ein Jahr später gab es jedoch auch Pferde in Teplitz. Schafe, Schweine und Hühner wurden nach und nach in den Höfen heimisch. In der Sommerzeit trieben Hirten die Pferde, Kühe und Schafe auf gemeindeeigene Weiden oder auf abgemähte Wiesen. Das Wasser des Kogälnik war vor allem im Sommer jedoch nicht ausreichend und so bohrten die Teplitzer Kolonisten zur Wasserversorgung zwei Viehbrunnen. Ab dem Jahr 1832 entstanden auf dem nördlichen Höhenzug die ersten Weingärten. Jeder Hof baute seinen eigenen Wein an. Die öde, baumlose Steppe bot ein trostloses Bild. Bald schon pflanzten die Siedler Obst- und Waldbäume. Damit sollten vor allem die durch Winde verursachte Austrocknung der Böden und der Bodenerosion entgegen gewirkt werden. In den Jahren bis zur Aussiedlung waren alle Ländereien der Kolonie vergeben. Aus der unwirtlichen Steppe, welche die Siedler im Jahre 1817 vorfanden, war schon bald eine ertragreiche Landwirtschaft entstanden.
© Heinz Schoon 2017
Die Ansiedlung
Nachdem die russische Regierung die Quarantäne auf der Donauinsel aufgehoben hatte, traten die Auswanderer die beschwerliche Reise nach Bessarabien an. Die wenige Habe, die noch vorhanden war, transportierten sie auf Ochsenkarren. Schon auf dem Reiseweg war den Siedlern klar, dass dieses Steppenland schwer zu bearbeiten sein würde. Es ist anzunehmen, dass die Siedler Ende August in der Kolonie Nr. 12 eintrafen. Die Bedingungen für die Ansiedlung waren sehr schlecht. Die Menschen waren erschöpft, unterernährt und krank. Vor allem die Ruhr breitete sich aus. In den ersten fünf Monaten starben mehr als 100 Personen. In  dem ihnen zugewiesenen Gebiet im Kogälniktal errichteten sie Erdhütten, um zu überwintern. Wie auch schon Siedler anderer Kolonien erfahren mussten, wurde nur ein Teil der zugesagten Hilfslieferungen ausgehändigt. Jeder Kolonist bekam von der Regierung Land zugewiesen, etwa 65 Hektar, einen Wagen, ein Paar Ochsen, verschiedene Ackergeräte und Geldmittel. Kurz nach der Ankunft wurden die Hofflächen vermessen und den Siedlern zugeteilt. Bereits im Frühjahr 1818 begannen sie mit ihrer landwirtschaftlichen Arbeit. Das Steppenland war unbearbeitet und so war es für die Siedler eine schwere körperliche Arbeit, diese Steppe in Ackerland zu verwandeln. Disteln, Unkraut und hohes Gras wuchsen auf dieser baumlosen Landschaft. Perlziesel (citellus suslicus, russ. Suslik) – auch Erdhasen genannt,  und vor allem Heuschrecken fraßen einen großen Teil der Ernte und erschwerten die landwirtschaftliche Nutzung des Landes. Die sehr fruchtbare Schwarzerde weckte jedoch die Hoffnung auf ertragreiche Ernten. Die Kolonie 12 (später Teplitz) wurde an dem Flüsschen Kogälnik angelegt. Im Sommer war der Fluss ein Rinnsal, der jedoch bei starkem Regen oder Schneeschmelze sehr schnell über die Ufer trat und auch Teile des Dorfes überschwemmte. Die von der russischen Regierung bereit gestellten Ackergeräte, Arbeitstiere und Saatgut reichten bei weitem nicht aus. Die erste Saat soll nach der Beschreibung von Herbert Weiß in seiner Chronik über Teplitz mit der Hacke in die Erde geschafft worden sein. Später wurden Holzpflüge eingesetzt, die mit Eisen beschlagen waren. Zwei oder drei Paar Ochsen zogen die Pflüge. Die Siedler bauten Getreide (Weizen, Hirse, Gerste und Hafer) sowie Mais (Welschkorn) an. Das Korn schnitten die Siedler anfänglich mit Sicheln, banden daraus Garben und droschen diese dann mit Dreschflegeln. Dreschen konnten sie nur bei trockenem Wetter unter großer körperlicher Anstrengung. Oft zog sich die Dreschzeit bis in den November hin. Die Steppe eignete sich sehr gut für die Viehzucht. Anfänglich wurden Stiere und Kühe gehalten. Bereits ein Jahr später gab es jedoch auch Pferde in Teplitz. Schafe, Schweine und Hühner wurden nach und nach in den Höfen heimisch. In der Sommerzeit trieben Hirten die Pferde, Kühe und Schafe auf gemeindeeigene Weiden oder auf abgemähte Wiesen. Das Wasser des Kogälnik war vor allem im Sommer jedoch nicht ausreichend und so bohrten die Teplitzer Kolonisten zur Wasserversorgung zwei Viehbrunnen. Ab dem Jahr 1832 entstanden auf dem nördlichen Höhenzug die ersten Weingärten. Jeder Hof baute seinen eigenen Wein an. Die öde, baumlose Steppe bot ein trostloses Bild. Bald schon pflanzten die Siedler Obst- und Waldbäume. Damit sollten vor allem die durch Winde verursachte Austrocknung der Böden und der Bodenerosion entgegen gewirkt werden. In den Jahren bis zur Aussiedlung waren alle Ländereien der Kolonie vergeben. Aus der unwirtlichen Steppe, welche die Siedler im Jahre 1817 vorfanden, war schon bald eine ertragreiche Landwirtschaft entstanden.